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Samstag, 17. März 2018

neulich, vorm Rhythmikraum


"Aaaaalder.... ich bin total untervögelt."

"Äh."

"Mir gehts deshalb echt voll scheiße, ich merks total."

"Sag mal.... warst nicht du es, die gestern behauptet hat, Maslow irre und Sexualität sei überhaupt gar kein Grundbedürfnis?"

"Aaaaalder.... da war ich auch noch nicht bei der Physio."

"Hä?"

"Der Physiotherapeut.... oh Gott. Zucker. So ein schöner Mann. Aaaaalder.... ich bin total untervögelt, ich merks total."



Die Jugend von heute. Aaaaalder. 

Freitag, 16. März 2018

Reli fällt scheinbar aus. Uff.


Es gongt. Die Klasse strömt zur Tür hinaus.

"Ah, äh, Alexandra.... sagen Sie, wie lange genau ist denn Pause?"

"Keine Ahnung. Ich lauf einfach immer den anderen hinterher."

"Also Alexandra.... immer sagen Sie so lustige Sachen! Sie sind schon sehr witzig."

"Ist mein Ernst."

Sie lacht und glaubt mir nicht.

Es ist wohl eine Gabe.

Donnerstag, 15. März 2018

Win-win


Ich hab ne Lotion geschenkt bekommen.

Riecht nach Kaffee.

Eben hab ich die mal getestet.

Skeptisch.

Wer will denn schon nach Kaffee riechen?

Resümee:

Ich werd gar nicht satt, vom an mir schnuppern.

Klare Kaufempfehlung.

Ob man "schnuppern" wohl groß schreibt? Schnuppern.

Als hätt ich in Milchkaffee gebadet.

Wenn ich aus jedem Satz nen extra Absatz mache, wird das ein ganz schön langer.

Post.

Toll.

Ich sollte mich glatt auf die Suche nach einem Kaffeeliebhaber begeben.

Freitag, 9. März 2018

Nomen est omen, in Ewigkeit, Amen.



"Kannst du mir bitte mal helfen.... äh.... wie heißt du nochmal? Hannelore?"

"Alexandra."

"Alexandra! Wie komm ich denn um Himmels Willen auf Hannelore????"

"Mein Opa hatte mal ne Nachbarin, die Hannelore hieß. Vielleicht deshalb. Ich sehe ihr ein bisschen ähnlich."

Sie lacht. 

Und dann, später: 



Die Chefin hat mir heute ein Namensschild gezimmert. Das Leben meint es gut mit mir. 

Hannelore. Ohne Worte.


Donnerstag, 8. Februar 2018

Freistunde



"Da, neben dir, guck, in der Seite, da liegen die CDs."

Ich suche.

"Hab sie."

"Gib sie mir und mach die 80´er-CD in die Hülle. Ist nicht sehr ordentlich bei mir, ich mach die immer da rein, wo grad Platz ist."

Ich schmunzle.

Achtsam bewege ich meine Füße und pflüge mir Beinfreiheit. Nicht einfach. Schuhe. Ein paar Klamotten. Irgendwelche Heftchen. Eiskratzer. Die rosa Flamingo-Gießkanne ist mein Favorit.

"Die Gießkanne ist mein Favorit", sag ich.

Sie lächelt. Und sie nickt.

Ich beobachte sie, während sie mit dem Rückwärtsgang kämpft. Grad erst hat sie den Führerschein gemacht. Sie sieht ihrem Vater total ähnlich. Vor hundert Jahren war der zusammen mit mir in der Grundschule. Und jetzt ist seine Tochter eine meiner liebsten Klassenkameradinnen. Das Leben ist ein Spaßvogel.

"Ich liebe diese Musik!"

"Ich auch."

Tarzan. Da muss ich eigentlich immer weinen. Außer heute. Könnte am Subwoofer im Kofferraum gelegen haben.












Sonntag, 10. Dezember 2017

da freut sich der Chef


Dieses Frühjahr bin ich zum Personaler. "Ey, Personaler", sag ich, "ich hör auf." "Kein Problem! Gleich diesen Monat?" Er lächelte.

Ich darf das aber gar nicht so arg persönlich nehmen! Neinneinnein.

Heute fiel bei mir nämlich der Groschen. 





Ich muss ja gar nicht gekränkt sein, ich alter Eumel. Warum bitteschön sollten die Personaler denn weinen, wenn die Guten Besten gehen?

Nicht die Guten beschleunigen ihre eigene Abschaffung, sie verzögern sie schließlich nur unnötig.

Dann scannt and goht halt. 


Mittwoch, 6. Dezember 2017

Nikolaus. Heute. Ich. Zwei. Yes.



Ich hab heute das Türchen an unserem Adventskalender aufmachen dürfen. Waren gleich zwei Schokolädchen drin. Gut. 




Später erst seh ich: Könnt auch ne 9 sein. Ich kläre das am Montag. Sieht aus wie ne 9, eindeutig. Perfekt.


Sonntag, 19. November 2017

haarscharf


"Hat das eigentlich geklappt, mit deiner Praxisstelle bei den Waldörfern?"

"Da hatte ich echt richtiges Glück!"

"Das freut mich! Und ich bin echt mal gespannt, was du berichten wirst!"

"Meine Klassenkameradin hat mir am Freitag gesagt, dass dann aber Essig ist, mit Nägel lackieren."

"Oh."

"Beinahe hätte ich die Bewerbung abgeschickt."

"Ach Alex."

"War knapp, ich weiß."

Montag, 16. Oktober 2017

EBG


"Wenn ein Mensch nicht in der Lage ist sich in andere hineinzuversetzen, also im Laufe seines Lebens keine Empathie entwickeln konnte, dem es nicht gelingt sich selbst, bzw. sein Tun, zu hinterfragen, zu reflektieren, der sich prinzipiell nie entschuldigt, sondern stets sein Handeln verteidigt, sich rechtfertigt, sich nie selbst in Frage stellt, dann ist er entweder ein Psychopath, weil er es einfach nicht kann oder: besitzt er theoretisch diese Fähigkeiten, traut sich aber nicht sie anzuwenden, hat er ein wirklich geringes Selbstbewusstsein. Er wäre für diesen Beruf jedenfalls völlig ungeeignet und…. Alexandra, möchten Sie sich denn keine Notizen machen?"

"Weiß ich doch längst, Hase."

Hab ich natürlich so nicht gesagt.

Nur gedacht.

So ein Süßer.